Japan für Auswanderer: Überteuert oder lohnenswert?

Zu Gast: Markus Janssen

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Japan, das Land der aufgehenden Sonne, fasziniert nicht nur durch seine reiche Kultur und Geschichte, sondern auch durch seine moderne Lebensweise. Immer mehr Menschen erwägen das Auswandern nach Japan, sei es aus beruflichen Gründen, aus persönlichem Interesse oder auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Die Lebensqualität in Japan gilt als ausgesprochen gut, Gesundheitsversorgung und Bildungssystem als hervorragend. Allerdings gilt Japan auch als teures Land. Für wen und warum es sich dennoch lohnt, nach Japan auszuwandern, erklärt der Japan-Auswanderer und Anwalt Markus Janssen im Gespräch mit Perspektive Ausland.

Die Lebensqualität in Japan

Japan steht weltweit für eine hohe Lebensqualität. Die einzigartige Mischung aus Tradition und Moderne schafft eine faszinierende Umgebung. Die Städte sind pulsierend und dynamisch, während die ländlichen Gebiete Ruhe und Natur bieten. Die hohe Sicherheit, die saubere Umwelt und die Höflichkeit der Menschen tragen zur positiven Lebensqualität bei. Allerdings sollten Sie beachten, dass das Leben in den urbanen Zentren, insbesondere in Tokio, mit höheren Lebenshaltungskosten verbunden ist. 

In Tokios Innenstadt müssen Sie beispielsweise mit Quadratmeter-Mietpreisen von umgerechnet bis zu 60 Euro rechnen. Allerdings gibt es durchaus Wohnraum, der preiswerter ist, wenn Sie auf die äußeren Stadtviertel oder die Umgebung ausweichen. 

Das Pendeln in die Innenstadt, sofern erforderlich, ist dabei kein Problem, denn auch die Verkehrsanbindungen gelten in Japan als gut. Dies gilt nicht nur für den Straßenverkehr. Auch für seine pünktlichen und rasanten Ultra-Schnellzüge Shinkansen ist das Land berühmt.

Japan - ein gutes Ziel für Unternehmer und Investoren?

Für Unternehmer, die nach einem Steuerparadies suchen, ist Japan sicherlich nicht die erste Wahl. Die Körperschaftsteuer ist in Japan nicht günstiger als in Deutschland. Beispielsweise zahlen kleine und mittelständische Unternehmen mit Einkünften über 8 Mio. Yen (rund 51.000 Euro; Stand: Dezember 2023) einen Steuersatz von 33,58 %. 

Für Unternehmer kann Japan dennoch ein interessantes Ziel sein, denn das Land bietet besonders für Spezialisten, die Erfahrung in ihrer Branche nachweisen können, spannende Business-Chancen. Daher ist dieses Land möglicherweise für Start-ups mit besonderen Ideen eine Option.

Für Investoren ist Japan beispielsweise im Real-Estate-Bereich attraktiv. Das Land ist nicht nur für einen stabilen Immobilienmarkt bekannt, sondern auch für positive Renditen in diesem Sektor. Kein Wunder, dass es einen regelrechten “Run” ausländischer Investoren auf japanische Immobilien gibt.

Darüber hinaus bietet Japan eine breite Palette von Investitionsmöglichkeiten. Die Börse in Tokio ist eine der größten weltweit. Die Wirtschaft des Landes ist stabil, und Investitionen in innovative Branchen wie Technologie, erneuerbare Energien und Gesundheitswesen können attraktiv sein.

Aufenthaltsgenehmigung für Japan erhalten

Kulturelle Unterschiede machen sich in Japan auch beim Thema Aufenthaltsgenehmigung bemerkbar. So empfiehlt es sich, bei Beantragung eines Visums oder einer Aufenthaltsgenehmigung für Japan die Dienste eines sogenannten Gyōsei Shoshi in Anspruch zu nehmen. Hierbei handelt es sich um offizielle Einwanderungshelfer mit langjährigen Erfahrungen in der Immigrationsverwaltung.

Welches Visum in Frage kommt, hängt einerseits davon ab, ob Sie dauerhaft in Japan bleiben möchten, andererseits kommt es auf die persönliche Arbeitssituation an. Für junge digitale Nomaden beispielsweise kann das “Working Holiday”-Visum interessant sein, das ein Jahr lang gültig ist. Für Arbeitnehmer, die eine Anstellung in einem japanischen Unternehmen erhalten haben, kommt das Arbeitsvisum in Frage. Nachgewiesen muss das (künftige) Arbeitsverhältnis anhand eines Arbeitsvertrages oder einer anderweitigen Bescheinigung. Die Gültigkeit des Arbeitsvisums kann dann zwischen drei Monaten und fünf Jahren betragen. 

Start-ups und Unternehmensgründer haben die Möglichkeit, ein Visum für Existenzgründer zu erhalten. Dabei sind die Anforderungen in den verschiedenen Kommunen unterschiedlich. Minimum sind aber in der Regel ein Businessplan und ein Finanzierungsnachweis.

Die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung können Sie in Japan beantragen, wenn Sie mindestens zehn Jahre in dem Land gelebt haben und die hierfür nötigen Anforderungen erfüllen. So sind beispielsweise Nachweise über die finanzielle Stabilität erforderlich. 

Alles in allem ist Japan also ein Land, das zwar kein Ziel für Steuernomaden ist, dafür aber mit einer ausgezeichneten Lebensqualität, einer reichhaltigen Kultur, gastronomischen Genüssen und einer hohen Sicherheit punktet. Damit kann das Land für Unternehmer und Start-ups ebenso attraktiv sein wie für Familien und Weltenbummler, die hierhin auswandern möchten. 

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Timestamps:

00:00:37 Japan - Überteuert oder lohnenswert?

00:03:30 - Gute Chancen für Expats und Einwanderer

00:07:24 - Für welche Branchen gibt es Nachfrage?

00:10:14 - Ist Japan lohnenswert für Investoren?

00:14:57 - Visum und Aufenthaltsgenehmigung

00:20:07 - Diese Gesellschaftsformen gibt es in Japan

00:23:00 Kosten und Zeitspanne für Unternehmensgründung

00:24:10 - Kontoeröffnung als unüberwindbares Hindernis?

00:25:17 - Die Wohnungssuche in Japan

00:26:56 - Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Japan?

00:28:23 - Der Verkehrsanbindungen in Tokio

00:27:48 - Wie hoch ist die Miete in Japan?

00:29:22 - Das Steuersystem in Japan

00:32:34 - Handel mit Kryptowährungen in Japan

00:34:29 - Japaner als potenzielle Investoren?

00:38:41 - Der ultimative Tipp für Japan-Interessierte

00:39:57 - Japans kulinarische Genüsse

00:42:18 - Neuseeland oder Japan?

00:44:54 Verabschiedung und Kontaktdetails

Mitschrift zum Podcast Perspektive Ausland Episode 114: Japan für Auswanderer: Überteuert oder lohnenswert?

Zu Gast: Markus Janssen

Markus Janssen: Man kann auch hier als Unternehmer ganz andere Abzüge machen. Das ist also alles humaner und vernünftiger als bei uns. Da bin ich mal ganz offen. Und da kommen Sie, wenn Sie auf die Effektivsteuer sehen, wahrscheinlich sogar besser hin als in Deutschland.

Perspektive Ausland: Perspektive Ausland, der Podcast für Unternehmer und Freiberufler, die es ins Ausland zieht. Egal, ob Steuerplanung, Auslandsfirmen-Gründung oder Lifestyle-Fragen, hier geht's jede Woche zur Sache. Und hier sind deine Gastgeber Daniel Taborek und Sebastian Sauerborn.

00:00:37 Japan - Überteuert oder lohnenswert?

Daniel: Wir sprechen ja jede Woche auf unserem Kanal mit interessanten Menschen aus interessanten Ländern und heute haben wir uns das Thema Japan vorgenommen. Japan schneidet im Vergleich zu anderen Ländern, was steuerliche Themen betrifft, auf den ersten Blick zumindest, nicht sehr gut ab. Wir haben in Japan relativ hohe Steuern, es gibt allerdings ein Aber, darüber müssen wir nachher noch sprechen. Es gibt sehr, sehr interessante Dinge. Wenn man einfach nur guckt, wie hoch sind denn die Einkommensteuer und Körperschaftsteuer, sagen wir, nein, das lohnt sich nicht, aber es gibt natürlich interessante Themen, über die wir heute unbedingt sprechen müssen. Auf der anderen Seite, wenn man nur auf die Lebenskosten schauen würde, stellt man fest, Japan ist aber teurer als Deutschland, Österreich, Schweiz.

Doch auch da gibt es wieder ein Aber, weil nämlich die Lebensqualität auch sehr, sehr hoch ist in Japan, Bildungsstandard, Sicherheit, Umwelt ist überdurchschnittlich. Man muss das ja alles in Relation sehen. Also wir freuen uns sehr, heute mit jemandem sprechen zu können, der Japan besser als seine Westentasche kennt, schon viele Jahre dort wohnt und lebt und heute unseren Zuschauern und Zuhörern mit Sicherheit viel Interessantes und Neues berichten kann. Lieber Herr Janssen, herzlich willkommen bei uns heute. Stellen Sie sich doch kurz unseren Zuschauern und Zuhörern einmal selbst vor.

00:02:04 Markus Janssen Ja, lieber Herr Taborek, ganz herzlichen Dank für diese Einladung, über die ich mich sehr freue. Es macht mir großen Spaß und ist mir eine Ehre, mich hier heute vorstellen zu dürfen. Ich will heute nicht so viel über meinen persönlichen Hintergrund sprechen. Ich will nur sagen, dass ich als als Kind schon oder als Jugendlicher gesagt habe, ich studiere jetzt Jura und dann gehe ich nach Japan und werde Anwalt. Da haben alle gesagt, du bist ja verrückt geworden, aber ich habe es dann auch gemacht. Ich bin jetzt seit 37 Jahren hier in Japan, spreche Japanisch auf jeden Fall besser als Englisch und das macht natürlich auch viel Spaß. Man kommt aber auch ganz gut durch, wenn man die Landessprache nicht spricht, aber es ist auf jeden Fall besser, wenn man sie spricht, um da mal gleich anzufangen, da gibt es ja einen ungeheuren Schub, der durch diese modernen Hilfsmittel ausgelöst worden ist. Ich meine, jeder kann ja jetzt eine japanische Zeitung lesen, indem man sich die einfach öffnet auf einem Smartphone und sich vorlesen lässt. Und wenn Sie dann ein Zeichen nicht verstehen, gehen Sie da drauf und bumm, haben Sie sofort die Übersetzung. jede einzelne Untersuchung eines solchen Kanjis hat früher eine halbe Stunde gedauert, das dauert jetzt nicht mal 3 Sekunden. Das ist ungefähr die Dimension. Das ist noch besser als mit dem Fahrrad und mit dem Flugzeug nach Japan zu fahren. So hat sich die Relation verschoben. Insofern macht das sehr großen Spaß und ich empfehle das auch immer den jungen Leuten. Zum Lernen der Sprache gibt es viel zu sagen, aber darüber wollen wir heute nicht sprechen, sondern über die wirtschaftlichen Aspekte und wie wir Ihnen helfen können, auch im Team mit Herrn Taborek zusammen.

00:03:30 - Gute Chancen für Expats und Einwanderer

Daniel: Ja, klasse, sehr schön. Generell fragen sich wahrscheinlich unsere Zuschauer und Zuhörer: Warum stellen die jetzt Japan vor? Was ist da so interessant, wir reden ja sonst eher über Länder, in denen man vielleicht an weißen Stränden irgendwo seine Drinks genießen kann, mit sehr, sehr niedrigen Lebenskosten, mit sehr günstigen Steuern leben kann, aber heute reden wir über Japan und lassen Sie uns doch bitte mal viel tiefer einsteigen, das Thema. Welche Chancen bietet Japan, egal ob ich dahin auswandere, um dort zu arbeiten, um ein Unternehmen zu zu gründen, egal ob ich aus Deutschland, Österreich, der Schweiz komme?

Markus Janssen: Ja, also früher war es ja so, dass Japan so ein bisschen wie das Tal der Millionen Schmetterlinge war, von Ephraim Kishon, ich weiß nicht, ob Sie die Kurzgeschichte kennen. Da geht man durch ein steiniges Tal und alle sagen, das ist unglaublich schön, da musst du hin und so weiter und dann ist überhaupt nichts da, aber auf dem Weg ärgern die sich dann so, das sie das auf dem Weg zurück allen erzählen, damit die bloß auch dahin gehen. Man hat früher mal gesagt, dass Japan so war, das ist aber nie so gewesen. Es war aber früher in der Tat wirklich sehr viel steiniger, aber ich will sagen, jetzt ist es wirklich dem Tal der Schmetterlinge nah, von dem dann in der Kishon-Geschichte die Rede war. Aus vielen Gründen, denn die Lebensqualität hat sich stetig verbessert und die Preise sind stetig nach unten gegangen, auch wegen der Deflation. Jetzt im Augenblick, wenn Sie nach Japan reisen, wenn Sie also wirklich Japan sich anschauen, Sie müssten sich aber beeilen, dann kriegen Sie für jeden Euro, den Sie tauschen, nochmal 40 Yen oben drauf geschenkt, denn der eigentliche, wirtschaftliche Kurs liegt bei 120 und Sie kriegen jetzt 160 Yen. Das wird sich aber meiner Voraussage nach wahrscheinlich sehr bald ändern. Wir werden ein riesigen Push bekommen, der Yen wird zurückspringen auf 135, aber wir wollten jetzt hier keine Vorhersage machen. Welche Chancen sich hierfür Ausländer bieten? Ich glaube, es ist wichtig, dass man sich hier seiner Rolle als Ausländer und seines Wertes als Ausländer bewusst ist. Dann hat man hier sehr gute Chancen und wenn man sein Fach beherrscht und gewissermaßen seine Spezialität mitbringt, dann kann man da auch sehr viel Gutes machen und dann kann man auch gute Geschäfte machen. Das ist der Anfang. Und dann ist die Frage, in welchen Rollen man hier arbeitet. Da gibt es die große Unterscheidung zwischen Expats und Locals. Die Expats sind diejenigen, die hier mit ausländischen Firmen herkommen. Da hat sich die Situation geändert. Das waren früher in der Regel sehr, sehr komfortable Pakete, die sind aber doch wegen der Kosten alle abgespeckt worden. Die Lokalen waren immer so ein bisschen diejenigen, die wie die zweite Klasse leben mussten. Auch das hat sich ein bisschen geändert, da hat man jetzt mittlerweile auch eben Chancen bei Startups und sehr innovative Sachen. Da kann man auch viele Sachen machen. Das ist also alles interessant. Was macht Japan als Ort zum Arbeiten und zur Unternehmensgründung attraktiv? Das ist halt, dass man hier, also wenn man ein Expats-Paket hat, dann kann man hier sicherlich einen sehr hohen Lebensstandard haben, aber auch wenn man lokal arbeitet, kann man hier in der Regel mehr verdienen als die Japaner und den eigentlich doch etwas niedrigeren Lebensstandard, den die Japaner durchaus in Kauf nehmen, viel beengtere Verhältnisse und so weiter ganz gut ausgleichen. Welche Unternehmer haben in Japan gute Chancen für Business? Das hatten wir schon gesagt. Das hängt jetzt wirklich davon ab, was was man zu bieten hat. Also wenn man eine Spezialität hat und hat das auch schon mal gemacht, wenn man den Japanern irgendwas Neues vorschlägt, dann sagen die immer, ist ja toll, aber haben Sie das schon mal gemacht? Und wenn man dann sagt, Nein, aber Sie sind mein Versuchskaninchen, dann wird es schwer, das mögen die nicht. Wenn man aber dann wirklich was vorzuweisen hat und hat es gemacht und sei es auch in Europa, das wird jetzt zunehmend auch akzeptabel, dann kann man also mit neuen Geschäftsideen hierher kommen. Da ist jetzt mittlerweile durchaus ein offenes Ohr dafür da.

00:07:24 - Für welche Branchen gibt es Nachfrage?

Daniel: Sehr, sehr interessant alles. Wenn Sie jetzt vielleicht mal die letzten ein, zwei, drei Jahre zurückschauen, es sind ja einige Mandanten, die Sie betreuen konnten, die nach Japan gekommen sind, mit welchen Geschäftsideen in welchen Branchen sind denn die zum Beispiel nach Japan gekommen? Was hat sie da so hingetrieben?

Markus Janssen: Ja gut, der große Boom war natürlich hier Solar. Da habe ich auch sehr viel Geschäft gemacht. Ich hab hier zum Beispiel das größte Solarprojekt Japans betreut mit 480 Megawatt, das ist unendlich, und das ist mal auch wieder typisch, nach 10 Jahren Gerangel mit der Fischereigenossenschaft über das Unterseekabel ist das endlich gelöst worden? Und jetzt wird 10 Jahre nach der ursprünglichen Genehmigung letztendlich der Bau begonnen, hoffentlich. 480 Megawatt ist eine Riesenanlage vor allen Dingen wenn sie sich überlegen, dass man in dem nächste also wahrscheinlich die doppelte Leistung aus den Sachen rausholt, dann haben Sie da schon ein richtiges kleines Atomkraftwerk, also die Leistung eines Atomkraftwerks, das ist schon ganz schön und Batterien entwickeln sich auch. Innovative Sachen, die ich hier sehr viel mache, sind Automotive und auch ein Zulieferergeschäft, da kann man sehr viel machen.

Im Medizinbereich machen wir auch viel, auch da ist immer eine Nachfrage und da sind auch immer Möglichkeiten. Ich kann jetzt nicht das ganze Feld durchgehen, aber wenn Sie sich unsere Homepage anschauen, da sind die ganzen Industrien. Wir haben das nach Industrien gemacht und wir sind hauptsächlich auch daran interessiert, sagen wir mal, vom Ansatz der Industrie herzukommen und auch das Business zu verstehen. Unser Motto heißt: Nur die nur die richtigen Fragen führen zu den richtigen Antworten. Das habe ich übrigens nicht von Elon Musk, sondern ich war sehr erfreut zu hören, als er das mal sagte, das sei sein Motto, da hab ich gesagt: "Hola, hat der jetzt bei mir abgeschrieben?" Das haben wir auf jeden Fall auch schon seit über 15 oder 20 Jahren im Netz. Das ist mein Motto, weil ich glaube, dass hinter jeder Frage ja eigentlich schon die Antwort steht. Die Frage umfasst immer die Antwort. Die Frage ist quasi die Rückseite der Antwort und wenn man die falsche Frage stellt, dann kriegt man auch die falsche Antwort, insbesondere in Japan, denn der japanische Anwalt und ich glaube, die Deutschen waren da früher ganz ähnlich, dann immer sagt: Sie haben mich jetzt diese Frage gefragt, dann beantworte ich jetzt diese Frage. Die Frage ist sozusagen falsch und Sie müssen was ganz anderes fragen. Da haben die meisten nicht den Mut und auch nicht die Fähigkeit dazu, das ist eben sehr, sehr wichtig. Da muss man eben verstehen, was für ein Geschäft, welche Intention hat denn der Fragende eigentlich? Und das ist natürlich für einen japanischen Anwalt nicht so einfach zu verstehen, was der deutsche Geschäftsmann will. Da sind wir dann schon besser aufgestellt, auch im Team mit Ihnen, Herr Taborek, da verstehen wir sofort, was die Mandanten wollen und können dann auch wirklich als Team alles wunderbar vorbereiten.

00:10:14 - Ist Japan lohnenswert für Investoren?

Daniel: Klasse! Wir haben ja jetzt über die Expats gesprochen, über die, die hinkommen, um entweder für ein existierendes Unternehmen zu arbeiten oder selber vielleicht ein Unternehmen gründen wollen. Ganz kurz, um auch diese Zuschauergruppe nicht zu vergessen, es gibt ja teilweise auch Privatiers, die einfach sagen, ich gehe in Land, um dort zu investieren, zum Beispiel. Ist da Japan auch ein interessantes Pflaster?

Markus Janssen: Ja, das ist interessant, wenn Sie sich Real Estate angucken. Also ich selbst hatte meine Altersversorgung eigentlich in Berlin aufgebaut mit Real Estate und gehofft, ich könnte davon eines Tages mal leben. Aber dazu braucht man, glaube ich, nicht mehr viel zu sagen. Ich steige da gerade mit Karacho aus, weil Real Estate in Deutschland wirklich keinen Spaß mehr macht, wenn Sie Vermieter sind. Ich habe immer versucht, sozial zu bleiben und bin es auch gewesen, aber jetzt steige ich aus. Hier in Japan gibt es auch durchaus Mieterschutz, aber nicht so einen wahnsinnigen Mieterschutz wie bei uns und Sie können sehr, sehr gute Renditen erzielen, vor allem, wenn man neue Modelle einführt. Es gibt jetzt also viele im Real-Estate-Bereich, die sagen, ich investiere hier. Es gibt auch andere Sachen, in die sie investieren, zum Beispiel Tourismus. Und da ist eben der ganze neue Lifestyle. Was Start-ups angeht, gibt es sicherlich auch viel. Wenn jemand sagt, ich möchte da was investieren in dem und dem Bereich, da können wir Ihnen sicherlich helfen.

Noch eine Sache zur Steuer, damit wir das nicht vergessen: Japan hat ja diesen schlechten Ruf, dass es sehr, sehr teuer ist. Das ist nominell richtig, aber wenn Sie schauen, wie die Kurve ist, ist sie sehr viel steiler in Deutschland, also Sie müssen als Geringverdiener in Japan wesentlich weniger Steuern zahlen. Und Geringverdiener, das ist jetzt schon fast schon ein Hohn, das geht hoch bis 20 Mio. Yen. Bei normalem Wechselkurs wären das so 150.000 bis 160.000 Euro. Da sind Sie ja bei uns schon lange in der absoluten Spitzenklasse. Ab 60 oder 70.000 geht es ja schon ab in die Spitzenklasse. Das ist hier in Japan Gott sei Dank anders. Ähnlich ist es auch, wenn man sich damit beschäftigt, wo wollen wir eigentlich am Schluss sein? Am Lebensabend?

Da haben wir uns verschiedene Sachen angeguckt und Japan hat da sehr gut abgeschnitten, muss ich sagen. Und da kommt natürlich die Frage, wie sieht es denn jetzt aus mit der Steuer? Und auch bei der Erbschaftssteuer, solange man unter 500 Mio. Yen bleibt, was dann je nach Wechselkurs jetzt 3,5 bis 4 Mio. Euro sind, hat man in Japan ungefähr eine gleiche Steuerbelastung, also da ist nicht nennenswert höher oder teilweise sogar geringer als in Deutschland.

Was die Unternehmensbesteuerung angeht, ich meine, in Deutschland, sagen wir, das ist nicht so schlimm und das ist nicht so hoch wie in Japan, aber wenn Sie sich wirklich angucken, was in Deutschland alles besteuert wird, ist das ja der galoppierende Wahnsinn, ja.

Daniel: Das kann man so sagen.

Markus Janssen: Auch so eine Regelung wie die vGA, die verdeckte Gewinnausschüttung, die ich glattweg für verfassungswidrig halte. Aber alle schlucken das und alle machen das mit und lassen sich diesen Unsinn gefallen. Ich meine, das müssen Sie sich mal überlegen, eine verdeckte Gewinnausschüttung ist, dass Sie sich strafbar machen, wenn Sie nicht im Folgemonat, nachdem Sie den Fehler begangen haben, sofort den Bericht erstatten. Und sowas gibt es hier in Japan nicht. Natürlich gibt es in Japan Steuerprüfungen, das ist auch unangenehm, aber man kann mit denen ganz anders reden, man kann auch hier als Unternehmer ganz andere Abzüge machen und das ist also alles humaner und vernünftiger als bei uns, da bin ich mal ganz offen. Und da kommen Sie, wenn Sie auf die Effektivsteuer sehen, dann wahrscheinlich sogar besser hin als in Deutschland. Wir wollen jetzt nicht in die Details der Steuer reingehen, da haben wir andere Fachleute...

Daniel: Auf alle Fälle deckt sich das auch mit dem, was wir immer wieder auf unserem Kanal mit Gästen aus anderen Ländern besprechen, was wir auch selber wahrnehmen. Wir hatten vor einiger Zeit mal ein interessantes Gespräch mit einem Kollegen aus Ungarn und er hat auch erzählt, dass als man dort die Steuern drastisch gesenkt hat. Ungarn hatte mal sehr, sehr hohe Steuern im Vergleich zu Deutschland sogar und dann hat man da die Steuern drastisch gesenkt. Das hat sich aber langfristig nicht so ausgewirkt, dass der Staat weniger Steuern einnimmt, sondern im Prinzip ist die gesamte Bürokratie gesenkt worden. Die Leute bezahlen die Steuern und man nimmt am Ende mehr Steuern ein, als man vorher mit dem riesengroßen Apparat an Betriebsprüfern und Finanzbeamten kontrollieren und eintreiben musste. So ist das leider oft. Lassen Sie uns zurück zu Japan kommen. Jetzt haben wir also schon einige attraktive Gründe gehört von Ihnen, warum Japan ein sehr interessantes Land als Wohnsitz oder Unternehmenssitz sein könnte.

00:14:57 - Visum und Aufenthaltsgenehmigung

Daniel: Jetzt ist die Frage, wie ist denn das in Bezug auf die Aufenthaltsgenehmigung? Also wie einfach oder schwer ist es, ein Visum zu bekommen, eine Aufenthaltsgenehmigung, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen? Was gibt es für verschiedene Visa? Was kostet das? Wie lange dauert das, bis man es bekommt? Das sind Themen, die unsere Zuschauer brennend interessieren.

Markus Janssen: Das ist durchaus saisonabhängig, würde ich mal sagen. Also während der Coronazeit gab es da absurde Vorstellungen, sodass auch deutsche Firmen ihre CEOs hier nicht mehr reinbringen konnten und die Japaner da wirklich richtigen Unsinn gemacht haben, was Ihnen auch hinterher leid getan hat. Da wurde hinterher kräftig zurückgerudert. Das schwankt hin und her, aber die gute Nachricht ist hier, dass Sie hier keinen Anwalt brauchen und auch keinen Anwalt benutzen sollten, weil diese Visa und Aufenthaltsgenehmigungen werden hier traditionell von Verwaltungsrechtshelfern, Gyōsei Shoshi heißen die im Japanischen, geleistet werden. Das sind ältere Herren, die aus der Immigrationsverwaltung kommen und die haben dann nicht so gerne, wenn da irgendwelche Anwälte für das Zehnfache von ihren bescheidenen Gebühren Unsinn machen und ihnen erzählen, wie Visa auszustellen sind, sondern die machen das untereinander so weit wie möglich. Wenn man da jemanden hat, der nicht auf der Seite der Behörde, sondern auf der Seite des Antragstellers ist, und das gibt es auch, kann man da relativ schnell und gut durchkommen. Den Rest würde ich da den guten Kollegen überlassen. Wir können Ihnen helfen, solche Leute zu finden. Wir verdienen daran nichts und wollen daran auch nichts beim verdienen, es sei denn, es wird ganz kompliziert, dann muss man halt mal ein paar Stunden abrechnen, das machen wir in der Regel nicht. Das ist also nicht unser Feld, aber wir können eben diese Leute vorstellen, und das ist ein Vorteil, dass man das mit denen dann relativ günstig bekommen kann. Alle, die das nicht nutzen, die das von außen machen und mit Anwälten, die haben dann oft einen steinigen Weg vor sich.

Daniel: Gut zu wissen! Generell ist natürlich die Frage, das müssten Sie aus Ihrer oder aus Sicht Ihrer Mandanten auch wissen, ist es ein langwieriger Prozess? Kann man daran scheitern, eine Aufenthaltsgenehmigung, ein Visum zu bekommen oder hat es bisher jeder bekommen? Und wie lang gilt das? Für ein Jahr, für 3 Jahre, für 2 Jahre? Es gibt auch die langfristigen Aufenthalte...

Markus Janssen: Es wird in der Regel immer erstmal eine Ein-Jahres- oder Zwei-Jahres-Erlaubnis erteilt, das hängt von den einzelnen Genehmigungen ab, aber wenn man das sauber und ordentlich macht, dann geht das relativ zügig und dann bekommt man das auch. Es hängt vom Einzelfall ab und ich wiederhole nochmal, wenn man das mit dem richtigen Verwaltungsschreiber macht. dem richtigen Gyōsei Shoshi, dann geht das in der Regel glatt. Auch die Frage, kann man sich hier als Selbstständiger niederlassen? Ja, da muss man einen guten Businessplan haben. Da wird es schon etwas komplexer. Das heißt, Sie müssen also ein etabliertes Unternehmen haben und sagen, Sie haben hier eine Stelle und führen die und die Manager-Position aus. Schwierig ist, wenn Sie hierher kommen wollen als Arbeitnehmer. Da muss nachgewiesen werden, warum das erforderlich ist und so weiter. Oder als Haushaltshilfe oder sowas, das ist schwierig.

Daniel: Ok, ich verstehe. Es gibt eine ganze Reihe von Mandanten von uns, die Ihr Einkommen zum Beispiel durch Arbeit im Internet bekommen. Es sind vielleicht Programmierer, Internet Consultant, Marketing-Experten, haben vielleicht einen Youtube-Kanal, schreiben und verkaufen E-Books und sagen: Ich möchte gerne ein paar Jahre in einem interessanten Land leben. Wie sieht es denn dann aus? Also wenn ich jetzt zum Beispiel nach Japan kommen wollen würde, habe dort Auslandseinkommen über meine Freelancer-Tätigkeit, vielleicht auch über eine Firma, die ich im Ausland angemeldet habe. Wie läuft denn das dann?

Markus Janssen: Das ist jetzt eine sehr spezielle Frage, das müssen wir uns dann wirklich im Einzelnen angucken. Das ist nicht so einfach zu beantworten, zumal die Regeln zu Youtube-Einkommen etc. sind gerade erst in der Formulierung. Die Japaner versuchen natürlich dann schon zu sagen, da wo Sie arbeiten, generieren Sie auch. Das heißt, da wird man dann vernünftigerweise einen gewissen fairen Anteil des Welteinkommens hier auch in Japan allokieren. Ich würde empfehlen, das mit ein bisschen Intelligenz zu machen, mit einem sehr bescheidenen Teil, wovon man hier leben kann, so dass man hier keine riesigen Gewinne macht. Irgendwas müssen Sie auch hier ohnehin dann haben, dass man das, was man hier angibt entsprechend den Regeln dann hier aufdeckt und versteuert und das, was außerhalb anfällt, da kann man dann immer einen Weg finden zu sagen, das ist aber jetzt nicht Japan, das ist der Rest der Welt, ich habe ja schon Steuern gezahlt. Da kommt man am besten mit durch. Wer hier versucht, gar nichts zu machen und hier nur die Infrastruktur nutzt und keine Steuern zahlt, kommt auch in Japan nicht unter.

Daniel: Ja. Wie hoch ist die Mehrwertsteuer? Denn die zahlt ja jeder.

Markus Janssen: Die Mehrwertsteuer ist jetzt 10%.

Daniel: Die bezahlt ja jeder, der in Japan lebt und damit auch seinen Anteil. Also ohne Steuern zu zahlen, geht ja eigentlich fast kaum noch in irgendeinem Land, weil man ja mindestens die Mehrwertsteuer oder vielleicht auch eine Mineralölsteuer bezahlen muss.

Markus Janssen: Das ist jetzt mal geschenkt, aber ansonsten ja.

00:20:07 - Diese Gesellschaftsformen gibt es in Japan

Daniel: Gut, jetzt kommen wir mal zum Thema Unternehmensgründung. Also welche Gesellschaftsformen gibt es denn jetzt in Japan, die ich gründen kann? Welche empfehlen Sie davon? Gibt es die Altbekannten, die wir auch aus Europa kennen oder gibt es da andere Gesellschaftsformen, die empfehlenswert oder üblich sind?

Markus Janssen: Die geschlossene AG, die heißt jetzt AG Aktiengesellschaft, also die Kabushiki kaisha, also die geschlossene AG, wo die Aktien nicht frei übertragbar sind, die ist eigentlich bisher die absolut überwiegende Gesellschaftsform gewesen. Die gibt es in verschiedenen Formen. Das können Sie sich alles bei uns auf der Homepage angucken und in den Präsentationen da. Ganz vereinfacht gesagt, gibt es die in der Form als Board-Gesellschaft, da müssen sie dann aber alle 3 Monate eine Vorstandssitzung abhalten oder eine Verwaltungsratssitzung abhalten oder als nicht Board-Gesellschaft, da können Sie auch Direktoren haben, aber da haben Sie diese strengen Regeln nicht für kleinere Gesellschaften, da gibt es die verschiedensten Varianten. Da ist man also sehr, sehr flexibel. Was noch interessant ist, ist in Japan, dass man eben hier ohne Weiteres eine Gesellschaft mit 100 Mio. Aktien gründen kann.

Wenn Sie sagen: "Ich mache jetzt hier ein Start-up und das wird mal richtig viel wert", dann können Sie ohne Weiteres schon mal 100 Mio. Aktien ausgeben und jedem der Leute, die da teilnehmen, so ein paar 100.000 Aktien geben. Das fühlt sich ganz anders an, als wenn Sie eine oder zwei Aktien haben. Da gibt es sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten. Auch gibt es Möglichkeiten, Aktien sehr flexibel zu gestalten. Da können wir Ihnen sehr helfen, also zum Beispiel die einen bestimmten Dilutionsschutz haben, bis die Gesellschaft einen bestimmten Wert erreicht und so weiter. Das haben wir alles schon entwickelt.

Das Ganze kann man aber auch machen mit der Godo Kaisha. Das ist eine Partnerschaftsgesellschaft, aber mit beschränkter Haftung. Die Yugen Kaisha gab es früher noch, aber die ist jetzt ersetzt worden durch die kleine KK, aber die Godo Kaisha, die auch oft als LLP bezeichnet wird, ist halt eine beschränkte Partnerschaftsgesellschaft. Aber auch die können Sie, wie wir das gerne nennen, kapitalistisch gestalten, also im Grunde genommen auf Kapitalanteil anbauen. Dann haben Sie die Mitgliedschaftsrechte, die Mitgliedsrechte der einzelnen Mitglieder, praktisch unterteilt wie Aktien, sodass ein Mitglied dann zum Beispiel 100.000 hat, der andere hat 50-000, der nächste hat nochmal 50.000. Das ist was anderes, als wenn Sie drei Mitglieder haben. Da müssen Sie dann sehr schauen, wie die Gewinnverteilung ist. Wenn Sie dann nicht nach Köpfen geht, wonach denn dann? Das kann man aber hier alles verschieden gestalten. Wir können Ihnen da sehr gerne helfen, aber es wäre eine sehr längere Ausführung, was es da noch alles gibt. Gerade für Startups gibt es eben sehr viel Interessantes.

00:23:00 Kosten und Zeitspanne für Unternehmensgründung

Daniel: Jetzt ist immer eine Frage: Im Vergleich zu anderen Ländern, wie viel Zeit brauche ich, um ein Unternehmen zu gründen? Wie viel Geld muss ich in die Hand nehmen, um ein Unternehmen in Japan zu gründen? Wie muss man sich das vorstellen? Ist das hochpreisig, ist das günstig? Muss ich 6 Monate warten, bis mein Unternehmen operativ tätig sein kann?

Markus Janssen: Es gibt kein Mindestkapital. Die Gründung und die Eintragung der Gesellschaft können Sie, wenn Sie alles richtig vorbereiten, in 3 Wochen fertig haben, es sei denn, es ist gerade eine Zeit, wo es sehr, sehr busy ist, dann dauert es auch mal 5 Wochen, aber das ist wirklich das Maximum. Meistens dauert es intern viel länger, dass die Satzung und alles richtig fertig ist. Das sind ja auch Sachen, die wichtig sind, die auch diskutiert werden müssen. Das kann man dann machen. Das geht also alles sehr schnell und ist alles sehr einfach machbar. Die Kosten liegen dann auch so bei 700.000 bis 1 Mio. Yen bei uns.

00:24:10 - Kontoeröffnung als unüberwindbares Hindernis?

Daniel: Überschaubar. Eine Sache, die in vielen Ländern immer schwieriger geworden ist, ist für Ausländer ein Bankkonto zu eröffnen. Ist das eine Hürde in Japan, wenn ich dahin komme, um dort zu arbeiten oder wenn ich dort eine Firma gründe, ein Bankkonto zu bekommen oder geht das eher wie ein heißes Messer durch die Butter?

Markus Janssen: Jemand, der hier angestellt ist, der kann relativ einfach ein privates Bankkonto eröffnen. Das ist kein Problem. Wenn Sie aber als Firma, als neu gegründete Firma ein Bankkonto eröffnen wollen, da müssen Sie schon gute Beziehungen zur Bank haben. Das machen die leider nicht mehr so einfach wie früher. Sie wissen ja, dass auf der ganzen Welt die Bankvorschriften immer schwieriger werden und die japanischen Banken sind da leider nicht sehr viel anders, aber immer noch ganz gut beherrschbar und vor allen Dingen, wenn man da Spezialisten hat, die wissen, wie die Banken das haben wollen und wie das gemacht wird... Wir haben da eine sehr, sehr gute Büromanagerin, die das kann, da haben Sie schnell ein Konto, aber sonst, wenn Sie einfach eine Gesellschaft gründen und dann wollen Sie ein Konto haben. Das dauert dann schon länger.

00:25:17 - Die Wohnungssuche in Japan

Daniel: Verstehe! Auch eine Sache, die manchmal länger dauert: Wenn ich in an das Land auswandern will, ist, eine schöne, angemessene Wohnung zu finden. Viele machen sich da Sorgen und die Frage ist immer wieder, kann man das überhaupt schon vom Ausland, bevor man nach Japan geht, suchen und finden? Muss man da erstmal ankommen? Wie machen das typischerweise die Leute, die nach Japan einwandern, Ihre Mandanten, um einen passenden Wohnraum zu finden?

Markus Janssen: Ja, das ist nicht einfach. Wohnraum ist sehr teuer und nicht einfach zu finden, also guten Wohnraum für vernünftiges Geld zu finden, ist ist nach wie vor eine Herausforderung. Da kann man viel Geld ausgeben und viel Geld sparen. Da gibt es teilweise immer noch gute, sehr interessante Sachen. Ich weiß nicht, ob Sie von diesem Projekt Boxabl gehört haben, sagt Ihnen das was? Das ist diese kleine Casita, in der Elon Musk jetzt angeblich auch wohnt.

Daniel: Ah ja richtig, eine Art Tiny House meinen Sie?

Markus Janssen: Ja, das ist so ein faltbares Tiny House.

Daniel: Ja, genau. Ich kann das Video gleich mal verlinken für diejenigen, die es noch nicht kennen. Also, das hat mich begeistert.

Markus Janssen: Ich bin mit denen im Gespräch und versuche, da was aufzubauen. Ich glaube, das ist ja ideal. Ich habe da auch schon eine Idee, ich will jetzt nicht zu viel erzählen, wo man die überall hinstellen könnte. Vielleicht mache ich auch für die hier eine Factory auf, dann könnte man relativ billigen Wohnraums relativ gut anbieten. Das wäre natürlich ganz gut, aber viele Pläne, wenig Zeit, mal schauen, was wir hinterher umsetzen.

00:26:56 - Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Japan?

Daniel: Und generell die Lebenshaltungskosten, wie kann man sich das vorstellen? Ich hatte ja eingangs schon gesagt, wenn man das recherchiert, scheint es wesentlich teurer zu sein als Deutschland, Österreich, Schweiz. Wie würden Sie es einschätzen?

Markus Janssen: Das war früher so. Es ist keineswegs mehr so. Sie können jetzt für 1.500 Yen, das sind nur 9 € nach dem jetzigen Wechselkurs, ein ordentliches Mittagessen bekommen. Das kriegen Sie in Deutschland nicht, aber wenn Sie nach oben gehen, sind Sie sehr schnell auch bei Preisen, die es auch in Europa kostet. Ich würde sagen, da ist man mittlerweile auf einem globalen Level, wenn sie ein gutes Essen haben wollen, dann müssen sie halt doch schon hinterher pro Person mindestens 100 € anlegen, das ist aber in Deutschland auch so.

Daniel: Okay.

00:27:48 - Wie hoch ist die Miete in Japan?

Daniel: Wohnungsmiete ungefähr. Was muss man da in die Hand nehmen, wenn wir bei Lebenshaltungskosten sind? Mittagessen haben wir gerade gehört, aber ungefähr für die Miete?

Markus Janssen: Ich würde mal sagen, das ist eben auch interessant, weshalb der Immobiliensektor eben auch interessant ist, Sie zahlen hier durchaus 60 € pro Quadratmeter. Das sind so die realistischen Preise in der Innenstadt. Meine Mieter in Berlin zahlen 6 €.

Daniel: Das ist doch schon sehr teuer.

Markus Janssen: Ja. Das ist also schon zehnmal so teuer.

00:28:23 - Der Verkehrsanbindungen in Tokio

Daniel: Ja. Wie sind dann die Verkehrsanbindungen? Machen das die Leute auch so, dass sie sich lieber außerhalb eine Wohnung suchen und dann mit Verkehrsmitteln in die Stadt fahren.

Markus Janssen: Also die Verkehrsanbindung sind, möchte ich sagen, traumhaft. Sie können hier überall mit der Bahn sehr gut hinkommen und dann gibt es auch einige Straßen, die sind sagenhaft gut, laufen sagenhaft gut. Einige Straßen sind immer verstopft. Ich bin hier in Ota, da habe ich einen Backstreet-Weg bis zum Autobahnzubringer und da bin ich von Haus zu Haus in 25 Minuten in meinem Büro in der Innenstadt. Und hier draußen wohne ich in einer schönen Gegend auf dem Hügel und sehe den Fuji. Ja, also das ist.

Daniel: Klingt gut.

00:29:22 - Das Steuersystem in Japan

Daniel: Kommen wir nochmal zu einem unserer Lieblingsthemen, die Steuern. Wir sind ja schon ein paar Mal ausgerutscht in das Thema Steuern zu Beginn, aber lassen Sie es uns trotzdem nochmal auf den Punkt bringen. Was muss man wissen zum Thema Steuern? Fangen wir mal nicht gleich mit den Auslandseinkünften an. Lassen Sie es uns einfach nochmal zusammengefasst hier in dem Block darstellen.

Markus Janssen: Ja, also das kommt jetzt wirklich drauf an, in welcher Situation Sie hier sind und was Sie machen. Ein wichtiger Punkt ist, wenn Sie in Zukunft irgendwo mal größere Gewinne aus einem Projekt erwarten, dann ist es durchaus sinnvoll, das so zu strukturieren, dass Sie dann hinterher Ihre Anteile verkaufen. Da haben Sie eine Steuer von 20% und wenn Sie die gezahlt haben, haben Sie sauberes Geld in der Hand, was in Japan hier endversteuert worden ist. Das ist dann sehr ordentlich. Und vorher kann man halt in der Aufbauzeit, ich rede jetzt mal von einem Start-up, die relativ gering halten. Sie können hier als Unternehmer sehr viel mehr absetzen als in Deutschland. Da gibt es nicht diesen ganzen galoppierenden Wahnsinn, wo Sie wirklich alles aufschreiben müssen, und wenn Sie dann mit dem Flugzeug fliegen und das war ein bisschen mehr als der Standard, dann müssen Sie das wieder versteuern und diesen ganzen Quatsch. Das gibt's hier Gott sei Dank nicht.

Daniel: Frühstück im Hotel, das ist auch etwas, was man früher, vor Jahrzehnten, in Deutschland genossen hat und muss es plötzlich auch bezahlen als geldwerten Vorteil. solche Sachen.

Markus Janssen: Undenkbar. Das ist hier wirklich sehr, sehr liberal. Und auch da funktionieren die japanischen Steuern wirklich eher wie nach dem ungarischen Modell "leben und leben lassen". Wir haben ja hier ein Selbsterklärungs-Modell, das ist die Self Declaration, da gibt man selbst seine Erklärung ab und gibt sein Einkommen an. Wenn man das immer sauber macht, mit dem Steuerberater sollte man das machen, dann kann man sicher sein, dass da nichts schief geht und da kann man auch immer noch sehr viel gestalten. Also nichts Graues, sondern alles noch völlig im weißen Bereich überlegen, was kann ich noch hier haben. Dann gibt es die Möglichkeit der legal rent, das ist sehr wichtig. Zum Beispiel können Sie eine Firmenwohnung haben und die Firma die hohen Mietkosten für die schöne große Expert-Wohnung zahlt - das geht auch mit einem Lokalen - und der Arbeitnehmer oder auch der Direktor muss dann an die Firma ca. 10% als sogenannte legal rent zahlen. Die restlichen 90% werden bei der Firma als Betriebsausgabe abgezogen und nicht versteuert beim Angestellten. Das allein ist ja schon eine kräftige Steuererleichterung.

Daniel: Interessant. Und ansonsten die Höhe der Körperschaftsteuer und der Einkommensteuer hatten wir vorher ja schon erwähnt, wir blenden sie jetzt hier an der Stelle einfach nochmal ein für unsere Zuschauer und Zuhörer dann auch zum Nachlesen.

Markus Janssen: Ja, blenden Sie es dann nochmal ein, bitte.

Daniel: Ja, genau.

00:32:34 - Handel mit Kryptowährungen in Japan

Daniel: Schön. Wie steht Japan zur Kryptowährung? Es gibt ja auch Mandanten, die vielleicht in Länder auswandern, um dort zu traden, am Kryptomarkt tätig zu sein.

Markus Janssen: Es ist sehr populär, aber wird von der Finanzbehörde sehr, sehr kritisch gesehen. Also ich würde sagen, mit kritischer Distanz, aber man will auch nicht völlig zurückfallen. In dem Zusammenhang ist jetzt auch noch zu erwähnen, dass die Koreaner da ja weit vorne sind und Japan und Korea endlich das einzig Vernünftige tun, was ihnen übrig bleibt, nämlich sich zusammenzuraufen auf den verschiedensten Gebieten, also militärpolitisch, militärstrategisch, wirtschaftlich insgesamt. Es ist eine unendlich komplizierte Geschichte. Ich mag beide Völker sehr gerne, kann kurz eine kleine Episode erzählen, als ich mal in Korea war und dann im Anwaltsbüro, da wurde ich in die Bibliothek geführt, da standen nur japanische Bücher, bis hin zu den neuesten Steuerrichtlinien, alles auf Japanisch. Da habe ich einen großen Fehler gemacht und gesagt: Was ist denn mit euch los, seid ihr noch besetzt oder was? Da bin ich fast rausgeflogen. Nein, das ist bei uns so... Da hatten sie unheimliche Schwierigkeiten, das zu erklären. Sie wollen ja immer eigenständig sein, aber die haben sehr viel auch von den Japanern übernommen und übernehmen das bis heute hin. Das ist quasi so ähnlich wie in Deutschland und der Schweiz. Sie haben eine eigenständige Sprache und so weiter und das ist eine riesige Schwierigkeit, die Japaner haben auch furchtbare Sachen gemacht im Krieg, aber wer hat das nicht, also wenn die das Mal hinter sich bringen und richtig sich zusammenraufen, dann haben die einen ganz neuen Faktor und auch einen ganz neuen Markt und das sind riesige Chancen. Ich bete dafür, dass hier mal ein bisschen Vernunft einkehrt. Der japanische Präsident und der koreanische Präsident haben sich ja jetzt vor laufender Kamera umarmt, das hat dann Anlass zur Hoffnung gegeben.

00:34:29 - Japaner als potenzielle Investoren?

Daniel: Unbedingt. Das sehe ich auch so. Noch eine Sache, die wir gerade so spontan einfällt, man sieht ja in vielen Ländern, wo man hinkommt, die Chinesen auf dem Weg und Vormarsch, Unternehmen zu kaufen, also unwahrscheinlich viel. In Schleswig-Holstein, Deutschland, Österreich, Schweiz und auch anderen europäischen Ländern kaufen sie, was das Zeug hält, auch kleine und mittelständische Unternehmen. Wie ist das mit den Japanern?

Markus Janssen: Da brauche ich nichts zu erklären, die sind schon alle da und wenn man nicht ganz schnell aufpasst, dann kaufen die auch alles weg. Und das ist natürlich auch noch ein Punkt, wo man natürlich auch noch sagen kann, wir machen das ein bisschen anders als die Chinesen und wollen sie bei uns mit drin haben, also eine Alternative zu den Chinesen zu bieten. Die Leute verkaufen ja nicht einfach an die Chinesen, weil sie die Chinesen so gerne haben, sondern weil ihnen oft nichts anderes übrig bleibt. Und die Chinesen sind da sehr gut drin, das rauszufinden und man kann es ihnen nicht verwehren. Die sehen halt, was hier in dem Land drin steckt und und setzen hier Milliarden oder Trillionen ein. Ich persönlich glaube wiederum, dass Japan einen unglaublichen Fehler macht, diesen Leuten keine Golden Card zu geben und zu sagen, alle, die hierher kommen und 1 Mio. investieren, der bekommt eine Golden Card und hat dann quasi Bürgerrechte. Wenn sie hier ein oder zwei Millionen Golden-Card-Träger haben, dann brauchen sie sich über einen Angriff von China keine Sorgen mehr zu machen, dann ist das Thema durch. Aber ich bin kein Politiker.

Daniel: Jetzt nochmal zurück zur Ausgangsfrage: Nehmen wir mal an, ich wäre jetzt in Deutschland oder Österreich, Schweiz ein KMU- Unternehmer und suche jemanden, der mein Unternehmen kauft oder jemand anderes, der ein Unternehmen hat und vielleicht eine Beteiligung sucht. Würde der jetzt auch bei japanischen Investoren jemanden finden, der da sagt, ich bin dabei, interessiert mich? Also kaufen die Japaner auch?

Markus Janssen: Das ist das Problem mit den Japanern, die zögern und zögern. Und wenn sie kommen, ist die Party in der Regel vorbei. Das ist das Problem, die zögern so lange, bis die Party vorbei ist. Und dann müssen sie sich mit dem zufriedengeben, was übrig bleibt. Dann sagen sie, das haben wir ja immer gesagt, aber das war doch ein zu großes Risiko. Völlig falsch, also die Japaner haben auch riesige Chancen verpasst, als der Yen 100 zum Euro stand, da hätten sie wirklich für einen Apfel und ein Ei 30% am ganzen Dax kaufen können. Ich bin hier herumgelaufen wie ein Geisteskranker, ihr müsst doch jetzt kaufen, aber nein. Es hieß, wir sind doch keine Spekulanten, du bist ja ein Währungsspekulant, du bist ein Börsenspekulant. Wir sind anständige Kaufleute. Das war eine Chance, von denen die Chinesen hätten träumen können, aber gut, das ist Geschichte. Um auf Ihre Frage zu antworten, was man machen muss, und da bin ich auch dabei, als erstes versuchen, chinesisches Geld in kontrollierter Form den Japanern in die Hand zu geben, damit die Europäer kaufen können, sodass man dann eine balancierte globale Struktur hat, die dann auch gewissermaßen gehedged ist gegen diese Unbilden, dass jetzt unsere Herren Politiker und Frauen Politiker sich wieder irgendwelche Dummheiten einfallen lassen, die die ganze Wirtschaft durcheinander bringen. Das will ja keiner von den Leuten, die da wirtschaften, und wenn man da eine entsprechende Balance hat und eine Governance und eine Kapitalstruktur hat, die gewissermaßen auf drei Polen aufgebaut ist, ist man da schon relativ besser aufgestellt. Und es ist auch das, was jetzt gebraucht wird. Ich habe ja jetzt auch gerade Gespräche mit einer größeren chinesischen Bank und vielleicht können wir dann mal, auch mit Ihrer Hilfe, auch deutsche Kandidaten ausfindig machen, die an solchen Investitionen interessiert sind.

Daniel: Machen wir gerne, da sind wir gern dabei. Also vielen Dank. Das war auf alle Fälle nochmal ein guter Punkt jetzt.

Markus Janssen: Ganz meinerseits, ganz herzlichen Dank.

00:38:41 - Der ultimative Tipp für Japan-Interessierte

Daniel: Wenn wir noch mal zusammenfassen. Wir sind jetzt eigentlich fast am Ende unserer geplanten Zeit. Es war sehr, sehr interessant bis jetzt, aber nochmal eine Zusammenfassung und einen Ausblick vielleicht. Wenn Sie nochmal vielleicht in einem Satz, in einem kurzen Statement sagen, welche Tipps haben Sie jetzt für deutsche Unternehmer, digitale Nomaden, Expats, Auswanderer, was auch immer, die sich für Japan interessieren und von dort aus arbeiten wollen? Was wäre Ihr letztes Statement zum Thema?

Markus Janssen: Ja, den eigenen Wert sich genau anzuschauen auf das, was er den Japanern bieten kann, möglichst auch in einer Form, dass man sagen kann, das ist bestätigt. Das haben wir schonmal gemacht, denn das immer die erste Frage: Haben Sie das schonmal gemacht? Diesen Mehrwert dann den Japanern in einem Business-Modell zu präsentieren, dann werden Sie hier viel Freude haben. Der Markt ist gut, die Leute sind da offen, gleichzeitig muss man natürlich auch vorsichtig sein, die Japaner sind nicht so schlimm wie die Chinesen, aber auch nicht ganz viel anders, die machen gerne Brainpicking und so weiter. Sie brauchen da natürlich, bevor Sie Ihre Juwelen auf den Tisch legen, entsprechenden Schutz, aber da wissen Sie ja jetzt, wo Sie sich melden müssen, da haben wir die richtigen Instrumente.

00:39:57 - Japans kulinarische Genüsse

Daniel: Genau, sehr gut. Auch nochmal ein guter Punkt. Zwei Fragen gibt es immer am Ende noch von uns an die Gäste. Fangen wir mal mit der einfacheren Frage an: Wenn ich jetzt oder einer der Zuschauer oder Zuhörer mal nach Japan kämen, was müssen wir denn im Restaurant unbedingt mal testen, was es so vielleicht nicht in Deutschland beim Japaner gibt, wo man schon mal vor Ort sein muss. Was empfehlen Sie denn da?

Markus Janssen: Was meinen Sie in welcher Hinsicht? Ja, natürlich. Sushi ist natürlich auch in Deutschland sehr verbreitet, aber ich esse es da nicht und das sagt Ihnen vielleicht schon genug, warum Sie das mal hier essen sollten. Das ist was ganz anderes, das müssen Sie erlebt haben, auch Teppanyaki. Es gibt Sushi, Teppanyaki und dann gibt es auch noch die ganzen Nudelsachen und dann gibt es Kaiseki, aber da muss man sehr vorsichtig sein, das heißt eigentlich Picknick, das kann aber ziemlich schrecklich sein. Das sind sehr komplizierte Strukturen, die da irgendwie zusammen geschraubt worden sind und so weiter und die würde ich jetzt nicht empfehlen, es sei denn. Sie sind in der aller, aller, aller obersten Klasse, dann zahlen Sie pro Person 500,00€ oder auch mit 300,00€ kann man schon anfangen, aber da kriegen sie dann Sachen, die haben sie noch nicht mal geträumt.

Das ist natürlich absolut Wahnsinn, aber das ist gar nicht nötig. Ich würde mir mal den Michelin kaufen und da mal gucken, was es da alles gibt, da gibt es auch super Soba-Shops, also diese japanische Buchweizenudeln, die auch einen Stern haben. Und das war ja der große Schock, dass Tokio mehr Sterne hatte als Paris und zurecht. Die machen hier einfach besseren Service und besseres Essen.

Daniel: Unglaublich.

Markus Janssen: Also einfach mal den Michelin kaufen und mal ausprobieren. Da gibt es alles mögliche.

Daniel: Und solange der Kurs noch günstig ist, dann natürlich auch.

Markus Janssen: Ja, Sie können sich auch, wenn Sie Unternehmer sind, sich ein paar Yen zum jetzigen Kurs sichern, mit einer Option oder sowas.

00:42:18 - Neuseeland oder Japan?

Daniel: Genau. Warum nicht. Letzte Frage: Wenn Sie jetzt doch nochmal auswandern würden, wir wissen ja, dass Sie Japan sehr lieben, aber nehmen wir mal an, Sie müssten doch nochmal das Land wechseln, gibt es denn noch ein anderes Traumland, von dem Sie sagen, das könnte ich mir auch gut vorstellen?

Markus Janssen: Also Neuseeland haben wir uns mal angeguckt, wir haben Freunde dort. Es ist sehr schön, es ist auch sehr attraktiv, denn die Preise sind ordentlich, ehrlich gesagt weiß ich jetzt nicht so viel über die Menschen. Ich habe einige Freunde aus Neuseeland, die sind alle sehr nett, sind freundlich, aber was ich von der Politik da mitbekommen habe, fand ich nicht so freundlich, vor allen Dingen, wie sie mit meinen Freunden umgegangen sind während der Corona-Krise. Ich meine, Australien war die reinste Hölle, die haben sich ja aufgeführt wie...

Die Neuseeländer haben sich da nicht schwer zurückgehalten und das ganz ähnlich gemacht. Das war wirklich nicht schön, ansonsten Neuseeland ist halt ein bisschen einsam, wahrscheinlich gibt es auch ein bisschen wenig Kultur. Wir haben uns das dann hin und her überlegt, ob wir nach Neuseeland gehen, auch in dem irrtümlichen Glauben wegen Erbschaftssteuer und so weiter. Da habe ich aber gesagt: Moment, bevor wir jetzt hier irgendwas falsch machen, gucken wir uns das alles nochmal genau an. Und Sie können auch hier in Japan, das machen wir jetzt zum Beispiel, wir gehen jetzt nach Nishi-Izu.

Eine traumhaft schöne Gegend, da haben wir uns jetzt ein Haus gekauft oder sind dabei, zu kaufen, mit dem Fuji. Das ist einer der schönsten Blicke, also der absolute super Blick in Japan, den haben wir jetzt auf unserer Terrasse. Wir sind in 3 Stunden in Tokio. Ich sage das nochmal als eine Möglichkeit. In Tokio werden wir uns ein kleines Hotel mit einem Abonnement nehmen, wo wir dann ein- bis zweimal im Monat ein oder zwei Nächte sind. Das sind im Jahr so rund 40 Nächte und da kriegen Sie für 25.000 Yen sehr, sehr schöne kleine Suiten mit Balkon. Das heißt, dann leben wir dann in Tokio in unserem Pied-à-Terre, in dem wir aber selbst nicht, das jetzt für die Damen sehr wichtig oder auch für die emanzipierten Herren, die Bettwäsche und alles machen müssen, sondern vollen Service haben. Das ist ja auch sehr wichtig. Also insofern ist es durchaus eine Alternative, in dem schönsten Teil hier auf dem Land etwas. Es gibt auch Hakone und so weiter. Es gibt sehr, sehr viele wunderschöne Gegenden hier und auch in der Nähe. Das Gleiche gilt auch für Kyoto und Osaka, da gibt es viele schöne Gegenden, wo man sich ordentlich was suchen kann und dann auch in vernünftigen Zeiten wieder in urbanen Zentren ist und da auch das Leben genießen kann. Also ich würde sagen, aus der Sicht heraus, wenn Sie mich jetzt fragen, was anderes als Japan? Dann würde ich sagen, haben wir geguckt, aber nein danke.

Daniel: OK, das ist doch auch ein klares Statement. Sehr schön.

00:44:54 Verabschiedung und Kontaktdetails

Daniel: Da kann ich nur sagen, lieber Herr Janssen, vielen Dank. Es war sehr spannend. Ich habe Ihnen sehr gerne zugehört und das wird unseren Zuschauern und Zuhörern wahrscheinlich genauso gehen. Wenn jetzt jemand mit Ihnen Kontakt aufnehmen möchte, weil er noch weitere Fragen hat, auf unserer Webseite wird ja Ihre Webseite und auch eine Kontakt E-Mail-Adresse eingeblendet, wie ist es Ihnen am liebsten, wenn jemand mit Ihnen Kontakt aufnehmen soll? Soll er zum Telefonhörer greifen, eine E-Mail schreiben?

Markus Janssen: Am besten an mich persönlich, jederzeit anrufen, auch im Büro. Die ganzen Nummern, die da stehen, sind alle zugänglich. Info@asj-law.jp geht natürlich auch, vielleicht auf @asj-law.jp und mich anschreiben. Wir sind ein kleines Team, haben aber, wie Sie auf unserer Homepage sehen, eine Firmenpartnerschaft, ein Joint Venture mit einer der größten japanischen Kanzleien, die wir dann, wo es nötig ist, auch ein bisschen anschieben. Da kann ich Ihnen dann noch mehr zu erzählen. Also wenn die Angst bekommen, da kommen wir dann dazu und stärken den Rücken. Der kleine David, der dann den Goliath vor sich herschiebt.

Daniel: Klasse! Vielen herzlichen Dank. Dann kann ich nur sagen, bleiben Sie fröhlich und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja mal in Japan.

Markus Janssen: Kommen Sie schnell vorbei, bevor der Yen seinen Wert verliert. Sie sind herzlich willkommen.

Daniel: Alles klar. Dankeschön.

Markus Janssen: Auf Wiedersehen, Ciao.

Daniel: Bis zur nächsten Folge von Perspektive Ausland, der Podcast für alle Unternehmer, die es ins Ausland ziehen. Übrigens, wenn ihr keines unserer interessanten Videos mehr verpassen wollt, dann klickt doch jetzt gleich auf den Abonnieren-Button und auf die Glocke. Auch über Kommentare, Fragen oder einen Daumen hoch freuen wir uns sehr.

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