Davao (Philippinen): Sicherste Stadt Asiens oder Diktatur?

Millionen von Filipinos feiern ihn in Davao noch wie einen Helden, während er vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt ist: Rodrigo Duterte, der ehemalige Präsident der Philippinen. Wie passt das zusammen? Ist Duterte ein brutaler Autokrat, wie der Westen ihn gerne zeichnet, oder erleben wir hier eine Neuauflage westlicher Überheblichkeit, manchmal auch Neokolonialismus genannt? Wer entscheidet wirklich, wie ein Land mit seinen eigenen Problemen umgeht – und wo beginnt die Anmaßung von außen? In diesem Beitrag bringe ich dir Hintergründe, Denkanstöße und persönliche Erfahrungen näher, die helfen, die Philippinen und den Fall Duterte wirklich zu verstehen.

Davao: Wo Duterte ein Volksheld ist und warum das viele überrascht

Wenn du durch Davao City läufst, begegnen dir überall Menschen, die den ehemaligen Bürgermeister und Präsidenten Rodrigo Duterte verehren. Anders als in der oft als gefährlich geltenden Hauptstadt Manila fühlt man sich in Davao auffällig sicher. Kein Wunder, denn Duterte hat die Stadt in eine der sichersten Großstädte Asiens verwandelt. Ab Mitternacht gibt es keinen Alkohol mehr, Kriminalität ist sichtbar zurückgegangen und die Menschen können selbst nachts entspannt mit dem Handy durch die Straßen spazieren.

Was wie eine Erfolgsgeschichte klingt, hat jedoch eine dunkle Kehrseite: Dutertes kompromissloser Kampf gegen Drogen und Dealer bedeutete den Tod vieler – meistens kleiner Dealer und oft Verdächtige ohne Gerichtsverfahren. Darum steht er heute in Den Haag vor Gericht. Kritiker werfen ihm willkürlichen Massenmord vor, den er gesteuert oder zumindest toleriert haben soll. Duterte selbst weist das entschieden zurück und verweigert die Teilnahme am Verfahren, angeblich aus gesundheitlichen Gründen.

Zwei Welten, zwei Sichtweisen: Die Philippinen und der Westen

Wer die Philippinen verstehen will, muss sich von typisch deutschen oder europäischen Denkmustern lösen. Die Geschichte des Inselstaates ist durch Jahrhunderte kolonialer Fremdherrschaft, erst durch Spanien, dann durch die USA, geprägt. Noch heute ist das amerikanisch inspirierte Präsidialsystem besonders machtvoll – der Präsident herrscht mit großer Autorität, darf jedoch nur eine Amtszeit haben.

Duterte hatte mit harter Hand in Davao für Ordnung gesorgt und sich so einen Ruf als „Law-and-Order-Mann“ gemacht, der Sicherheit vor Freiheit stellte. Seine kompromisslose Politik war für viele im Land das kleinere Übel, angesichts der verheerenden Folgen von Drogensucht und -kriminalität, von denen viele Familien betroffen sind. Deshalb steht heute für einen Großteil der Bevölkerung nicht ein westliches Gerechtigkeitsideal im Vordergrund, sondern die ganz praktische Sicherheitslage im eigenen Alltag.

Kritik aus Europa: Neokolonialismus oder berechtigte Empörung?

In westlichen Medien ist der Tenor klar: Dutertes Drogenkrieg wird als Schreckensherrschaft dargestellt, der Mann selbst als brutaler Autokrat verurteilt. Stimmen aus den Philippinen, die ihn weiterhin klar unterstützen, gehen dabei oft unter. Natürlich gibt es auch viele Philippinos – etwa Angehörige der Opfer oder die katholische Kirche – die das Vorgehen Dutertes entschieden kritisieren und Aufarbeitung fordern.

Das Problem ist: Wer legt den Maßstab an? Ist es gerecht, die rechtlichen und moralischen Standards Europas einem Land überzustülpen, das eine ganz andere Geschichte und Gegenwart hat? Natürlich darf man Morde, auch an vermeintlichen Kriminellen, nie gutheißen – aber es ist aus westlicher Sicht anmaßend, in innere Angelegenheiten eines anderen Landes derart einzugreifen. In der Vergangenheit hat westliche Einmischung, sei es im Irak, in Afghanistan oder in Syrien, oft zu katastrophalen Verschlechterungen geführt.

Duterte vor Gericht: Ein internationales Politikum

Die Tatsache, dass Duterte – trotz aller Vorwürfe – weiterhin eine riesige Anhängerschar besitzt und sogar erneut zum Bürgermeister von Davao gewählt wurde (obwohl er im Gefängnis in Den Haag saß), sagt viel über die Stimmung auf den Philippinen. Rivalitäten zwischen mächtigen Familien wie der Duterte- und der Marcos-Dynastie sorgen zudem für politische Spannungen und beeinflussen sogar internationale Beziehungen: So investiert aktuell China gezielt dort, wo Gelder aus Manila fehlen – als Teil einer Strategie des Teilens und Herrschens.

Wer also Gerechtigkeit für die Philippinen fordert, sollte darauf achten, dass sie im Land selbst gestaltet und getragen wird. Nur so hat eine gesellschaftliche Auseinandersetzung eine echte Chance. Verurteilungen von außen werden oft als Zeichen historischer Arroganz empfunden.

Die Philippinen als neue Heimat – Leben, Steuern und Chancen

Willst du selbst einmal erleben, was an diesem einzigartigen Land dran ist? Immer mehr Deutsche suchen auf den Philippinen eine Alternative als Hauptwohnsitz, Steueroase oder einfach einen faszinierenden Zweitwohnsitz. Dank der amerikanischen Prägung sprichst du vor Ort überall Englisch, die Menschen sind freundlich, Preise für Wohnungen und Lebenshaltungskosten vergleichsweise niedrig. Es gibt keine komplizierten Visa-Bestimmungen, und als Ausländer profitierst du von Steuerfreiheit auf deine Auslandseinkünfte. Ob als Unternehmer, Freiberufler oder Privatanleger – hier eröffnen sich Chancen, von denen du in Deutschland nur träumen kannst.

Willst du einen Schritt weitergehen? Viele Dienstleistungen zur Aufenthaltsgenehmigung, Führerschein oder Steuerregistrierung kannst du sogar remote abwickeln lassen. Wer Land und Leute selbst erleben will, dem empfehle ich eine Erlebnisreise inklusive Seminar vor Ort – und vielleicht findest auch du dort deinen Plan B oder sogar ein neues Zuhause.

Fazit: Mehr Gelassenheit, weniger Hochmut – und mehr Dialog

Der Fall Duterte ist ein Lehrstück über Perspektiven, Vorurteile und Macht. Aus der Distanz zu urteilen, fällt leicht, doch niemand kennt die Herausforderungen der Philippinen so gut wie diejenigen, die dort leben. Die Kontexte, in denen politische Entscheidungen getroffen werden, sind komplexer, als es Schlagzeilen oft vermitteln. Für alle, die mit dem Gedanken spielen, auszuwandern oder einen neuen Lebensmittelpunkt zu suchen, bieten die Philippinen eine spannende, lebenswerte Option – vorausgesetzt, man ist bereit, sich wirklich auf Land, Leute und deren besondere Geschichte einzulassen.

Ein bisschen mehr Demut im Umgang mit fremden Gesellschaften, weniger vorschnelles Urteilen aus westlicher Sicht – und schon steht echten Erkenntnissen und neuen Chancen vor Ort nichts mehr im Wege. Vielleicht sieht man sich irgendwann in Davao – zur Seminarreise oder beim genüsslichen Essen auf dem farbenfrohen Markt. Lass dich inspirieren und entdecke, wie viel die Philippinen tatsächlich zu bieten haben – frei von Klischees und mit offenem Blick für die Realität vor Ort.

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